Heute früh habe ich mich wieder dabei erwischt, wie ich gerade zu meinem rechthaberischen Sohn sagen wollte "Hör auf, bevor du anfängst." Ein Spruch, den meine Mutter gern zu uns sagte. Welche Bemerkungen eurer Eltern wendet ihr ab- oder unabsichtlich jetzt bei euren Kindern an?

gefragt von Juni am 14.12.2011 um 09:29

Dr.Müller antwortet am 14.12.2011 um 09:34

mein Vater hat zu mir immer gesagt: schlurf nicht so, heb die Füße beim Laufen.

Am Sonntag waren wir unterwegs und meine Tochter schlurfte vor sich hin und da ich die sauteuren UGG boots gerade erst gekauft habe, sagte ich zu ihr, dass sie nicht so schlurfen soll, aber auch, dass mein Vater das immer gesagt hat und ich es gehasst habe. – Bewerten …

Anisi antwortet am 14.12.2011 um 10:35

"Es ist mir egal, ob XY eine 5 hat oder nicht. Wir richten uns nicht nach dem Schlechteren!" - Der Satz rutscht mir manchmal so oder in ähnlicher Form über die Lippen. Inzwischen haben das die Ableger auch schon übernommen :-) – Bewerten …

antwortet am 14.12.2011 um 11:28

Ich habe u.a. genau deswegen keine Kinder bekommen, damit ich mich nicht eines Tages
dabei ertappe, solche Dinge zu ihnen zu sagen:

Wenn du nicht brav bist, kommst du ins Heim.
Lern was, sonst setzt's was.
Komm sofort her, ich werd's dir zeigen!
Aus dir wird nie etwas werden.
Du wirst auf die schiefe Bahn geraten, wart's nur ab.
Lies nicht dauernd, du wirst noch als Blaustrumpf enden.
Du schaust drein wie ein Kalb.
Wie hässlich du aussiehst, wenn du so heulst.
Halt den Mund wenn Erwachsene reden.
Mach nicht so eine hässliche Schnute mit deinen dicken Lippen.
Du siehst aus wie ein billiges Flittchen.
Und du findest einen Zweier auf die Schularbeit gut?!
Jede andere Note als eins ist inakzeptabel.
Setz dich hin und lerne oder du kriegst was zu spüren.
Nein, du bringst niemandem mit nach Hause.
Nein, du gehst nicht auf diesen Geburtstag.
Nein, Jeanhosen sind nur etwas für Proleten.
Starr nicht andauernd in den Spiegel.
Noch ein Wort, und du fängst eine.
Hör. Auf. Zu. Flennen.

...

odaddi antwortet am 14.12.2011 um 15:08

Meine Mutter sagte oft zu mir, wenn es um Mädchen ging:
"Nimm nicht gleich die Erstbeste. Auf jede Zehe muss dir eine drauftreten."
Ich sag es zu meinen Söhnen. – Bewerten …

antwortet am 14.12.2011 um 16:38

Noch wenig, er ist ja noch so klein.
Aber ich erwische mich, dass ich den Stil meiner Mutter uebernehme, also "Im Wohnzimmer wird nicht gegessen!" oder "Mit dem Essen wird nicht gespielt!"

antwortet am 14.12.2011 um 16:42

Wenn es ums Aufräumen geht, rutscht mir auch ohne Kinder regelmäßig der Spruch raus: "Was weg ist, ist weg"
Mit der gleichen Betonung und mit dem gleichen Lächeln und jedesmal überkommt mich das Schaudern.

Dr.Müller antwortet am 14.12.2011 um 16:44

das ist kein Stil Deiner Mutter, bella, das ist das Aufstellen von Deiner Meinung nach wichtigen Regeln, fertig – Bewerten …

Dr.Müller antwortet am 14.12.2011 um 16:51

abgesehen davon empfindet man als Kind die Dinge eben anders als später im Erwachsenenalter. Für mich war als Kind oder speziell als Jugendlichem das Aufräumen eines Zimmers absolut unnötig. Heute halte ich eine gewisse Ordnung, weil es sinnvoll für alle Abläufe ist. Schaue ich heute in das Zimmer meiner Tochter, sehe ich mein Jugenzimmer auferstanden an einem neuen Ort ;o) Das wächst sich dann aus. Trotzdem sage ich wie meine Mutter entweder: hier siehts ja aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, oder: ein Schweinestall ist nichts dagegen – Bewerten …

antwortet am 14.12.2011 um 16:52

Jaja, Doc, und das Aufstellen dieser Regeln ist ja auch wichtig, aber ich sage nicht "Du darfst im Wohnzimmer nicht essen" sonder uebernehme 1:1 die Art meiner Mutter. Was aber auch nicht schlimm ist...

Dr.Müller antwortet am 14.12.2011 um 16:55

nunja, amn hat ja auch das elterliche Erbgut in sich und vieles, was uns ausmacht, ist angeboren, anderes wiederum erlernt, angeeignet und da dann vorzugsweise von den ersten Vorbildern, den Eltern eben. Man muss halt zusehen, dass man die Dinge, die man für sehr negativ an seinen Eltern bewertet hat, nicht übernimmt, oder zumindest nur stark hinterfragt anwendet. Da gibt es bei mir einiges, so oder so – Bewerten …

Felidae. antwortet am 14.12.2011 um 17:03

Meine Mutter hat mich seelisch so negativ bewegt, wenn sie mir was sagen wollte bzw. gesagt hat - dass ich von Anfang an immer auf der Hut war und bin, nie aber auch nie in ihre Fussstapfen zu treten :-(
Ihre Rede bzw. ihre Handlungen wie sie kommunizierte habe ich aus vollem Herzen als grauenhaft abgelehnt!
Mir passierten (lt meinen Kids andere Dinge) aber _niemals_ habe ich Dinge wie sie gesagt!
Und selbst jetzt - sagt sie Dinge die mich schockieren wie "was stört mich mein Geschwätz von gestern" etcpp.
Nein.. nie will ich so werden wie sie: und ich gebe mir _alle_ Mühe dass solche Worte nie über meine Lippen kommen werden! – Bewerten …

der-gelbe-hund.net antwortet am 14.12.2011 um 17:39

Also die Sprüche die SC auflistet sind ja auch aus der Grusel-Mottenkiste.
So'n Schmarrn hab ja nicht mal ich hören müssen.

Das Dümmste was mir letztens rausgerutscht ist: "Hör auf zu Schielen, nachher bleibt das stehen."
oder "... und wenn XYZ aus dem Fenster springt, dann machst du das auch?"
oder"Als wir in deinem Alter waren [mussten wir beim Essen still sein, musste der Teller leergegessen werden, gab's kein Nutella (gelogen), etc]
Wobei das meistens stimmt und es mich wirklich ärgert.

d-g-h.net – Bewerten …

der-gelbe-hund.net antwortet am 14.12.2011 um 17:40

Ach ja: "Sieh mich an, wenn ich mit dir rede!" Der Klassiker damals, der Klassiker heute.
Ich bemitleide meine Eltern im Nachhinein. – Bewerten …

niceNurse antwortet am 14.12.2011 um 21:36

"Es ist mir vollkommen egal, was die anderen machen/dürfen oder nicht, DU tust, was ICH dir sage" - diesen "schwach autoritär" anmutenden Spruch habe ich früher regelmäßig gehört, und tatsächlich ist er mir auch schon über die Lippen gekommen. :-( Und den Satz "das hätte ich mir mal erlauben sollen, als ich in deinem Alter war" habe ich genau so ungläubig-wehmütig wie meine Mutter damals schon von mir gegeben. – Bewerten …

Ginkgo antwortet am 15.12.2011 um 08:15

Da waren eigentlich nur die Klassiker dabei :

- Wenn der Thomas in den Brunnen springt, springst Du dann hinterher ?
- So lange Du die Füße unter meinen Tisch stellst ....
- Die "Anderen" interessieren uns nicht.

Nichts wirklich ätzendes oder so ...

Nur musste man als Kind schon erkennen das einige Sprüche es an Konsequenz mangeln liessen ... :-)

Zum Beispiel bei "Die Anderen interessieren uns nicht".

Die haben in der Tat nicht interessiert wenn man als Kind darauf verwiesen hat das Andere mehr Taschengeld bekamen .... die Anderen haben aber sehr wohl interessiert wenn man einen Irokesenhaarschnitt haben wollte, in zerissenen Klamotten rumgerannt ist oder sich Sicherheitsnadeln durch die Ohrläppchen stechen wollte ... :-)

"Was sollen denn die Nachbarn denken ????"

Wenn man dann bemerkte das uns "die Anderen" doch nicht interessieren würden ... war man ein vorlauter Rotzlöffel und bekam Hausarrest ... :-)

Schon früh erkannte ich das es verschiedene Wahrheiten im Leben gibt ... die je nach Situation und Gruppierung anders ausgelegt werden kann ... ;-)))
– Bewerten …

Stina1211 antwortet am 15.12.2011 um 08:31

Mir fällt da sehr wenig ein - was für meine Eltern spricht.
"Wir sind aber nicht die anderen" habe ich auch öfter zu hören bekommen und ich möchte nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass ich das nicht später auch ab und zu sagen werde.
Und kein festgefertigter Spruch, aber der strenge Hinweis darauf, dass mein Zimmer sich im Haus meiner Eltern befindet und es damit nicht meine, sondern ihre Entscheidung ist, wie ordentlich es darin zu sein hat :-)

Ich fürchte eher, dass ich meinen Mann da noch etwas erziehen muss. Seine Familie hat leider schrecklich viele unsägliche Standardphrasen verwendet, für jede passende und unpassende Gelegenheit und ich bekomme da selbst chon regelmäßig die Krise, wenn er wieder eine rauskramt. Mir selbst ist das so völlig fremd, in ähnlichen Situationen immer, immer und wirklich immer den gleichen blöden Spruch rauszuhauen!

Beispiele?
Wenn jemand sagt "ich hab gedacht,..." sagt man in seiner Familie "Das Denken soll man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf!"
Wenn man gähnt, wird man (von seiner Oma vor allem) sofort gefragt, ob man Hunger habe, da könnte ich jedesmal ausflippen!
Und - auch absolut grausig - der Aussage "ich hab Durst" folgt zwingend die Antwort "Dann beiß in ne Wurst!" Aaaahhhh!!!!

Und das war echt nur eine kleine Auswahl, da gibt es noch unzählige mehr. Wenn sich das unsere Tochter irgendwann ständig anhören muss, dann bekommen wir wirklich Krach! – Bewerten …

der-gelbe-hund.net antwortet am 15.12.2011 um 09:25

Dass die Eltern jeder Generation immer dieselben Sprüche bringen, liegt wohl daran, dass die Kinder jeder Generation auch immer mit denselben "Argumenten" nerven.

Die Sprüche "Denken/Pferd" und "Ich hab Durst." "Beiß inne Wurst" kenne ich von früher auch, fand sie damals aber eher lakonisch und angenervt.

Übersetzt heißt das "Rede nicht so ein Schwachsinn" bzw. "Dann hol dir selbst was zu trinken, ich bin nicht dein Diener."

d-g-h.net – Bewerten …

Ginkgo antwortet am 15.12.2011 um 09:58

So ist es, d-g-h .... wenn Kinder seit Jahrtausenden immer gleich nerven ... wieso sollten Eltern mit IHREN Sprüchen ausgerechnet das Rad neu erfinden ?

Dieser Ehrgeiz ginge mir völlig ab als Elternteil ... ist mir auch schleierhaft wie man diesen Ehrgeiz entwickeln kann um krampfhaft BLOSS nicht Sprüche seiner Eltern übernehmen zu wollen ...

Man hat als Balg selber genau so genervt wie es jetzt die eigene Brut tut .... sooooo individuell und einzigartig sind die kleinen Prinzen und Prinzessinnen nämlich gar nicht ... ;-)

Allerdings kämen mir solche Sprüche wie "Beiss in ne Wurst" gar nicht erst in den Mund. Die sind komplett sinnbefreit.

Aber das mit dem "Solange Du die Füße ..." .... und "Tu einfach was ich Dir sage sonst rappelt es im Karton" .... das wären auch meine Sprüche.
– Bewerten …

antwortet am 15.12.2011 um 19:57

@Stina:
Womöglich entsatmmt dein Mann MEINER Familie! ;o))

Mein Vater war wirklich der King of Sprücheklopping. Un-glaub-lich. Und wenn ihm grad kein abgenudelter Spruch einfiel, dann hat er sich schnell einen erfunden.
Ein wenig hab ich das übernommen.
Herrje. :o)

Ginkgo antwortet am 15.12.2011 um 20:24

Na ja ... es gibt für mich einen Unterschied zwischen "So lange Du die Füße unter meinen Tisch stellst ..." und "Haste Durst, beiss in ne Wurst" ....

Das eine sind Mahnungen die der Situation angemessen sind.

Und wie wir alle wissen, sind Kinder leider nicht wie ein Microchip durch einmaliges aufsagen des Spruches "programmierbar".
Erziehung bedeutet ständiges Wiederholen, sich ständig mit den gleichen Situationen auseinandersetzen müssen die nur dem Ausloten von Grenzen dienen.

Aber solche Sprüche wie Stina sie beschreibt verbuche ich unter dem Punkt "Flachwitze" die durch ständiges Wiederholen auch nicht besser werden ...
Das sind für mich standardisierte Bauernwitze ... so einen Kollegen aus dem ländlichen Bereich habe ich auch ... das nervt ...

Bei so einer Ollen würde ich durchdrehen ... DURCHDREHEN !!!
– Bewerten …

Stina1211 antwortet am 15.12.2011 um 21:58

@ Tjorven: Mich beruhigt es ja fast, dass es noch mehr solche Leute gibt. Ich kenne diese Art der Kommunikation so gar nicht. Von der Familie meines Mannes ist leider nicht mehr viel übrig, aber ich weiß, dass da nie wirklich viel miteinander geredet wurde und dieses Phrasendreschen dient meiner Interpretation nach einfach dazu, überhaupt was gesagt zu haben und dabei nicht groß überlegen zu müssen. Das hätte es bei mir daheim nie gegeben und ich unterbinde sowas auch sehr schnell, indem ich nachfrage, was der andere gerade eigentlich wirklich meint.

Und @ dgh: Es sind leider wirklich eher platte immer wiederkehrende "Witze" und keine Aufforderungen, selbst aktiv zu werden.

Mein Mann hat da schon viel dazu gelernt, aber diese Sprüche gibt es trotzdem auch bei ihm und wir lachen auch oft drüber oder albern rum. Aber ich finde es trotzdem ganz schrecklich, wie automatisiert das abläuft. – Bewerten …

der-gelbe-hund.net antwortet am 15.12.2011 um 22:49

Also irgendwie scheinen sich alle gegen "Ich hab' Durst." "Dann beiß inne Wurst" verschworen zu haben; ich finde den voll tufte.

Floskeln sind okay, sie prägen sich ein und eigentlich benutzt man (ich jedenfalls) sie nur als offizielle Beendigung bereits zu lange währender Schlagabtausche.
Wenn ich mit Phrasen komme weiß mein Nachwuchs schon ganz gut: Beim nächsten Widerwort wird's laut.

d-g-h.net – Bewerten …

Dr.Müller antwortet am 16.12.2011 um 09:05

manche Aktionen der Kinder fordern geradezu Floskeln als Antwort. Immer wiederkehrende doofe Fragen, die einfach mit Killerphrasen abgekanzelt werden müssen. – Bewerten …

Juni antwortet am 16.12.2011 um 18:07

Wenn ich mich mal einmischen darf: Ich meinte auch keine vorgefertigten Phrasen wie "Solange ... Füße" (übrigens von Seiten der Kinder umkehrbar in: "Solange ihr euren Tisch über meine Füße ..." ;-)), sondern eigene Sachen. Ich halte es zum Beispiel für recht eigen, wenn meine Mutter bei heftigen Diskussionen sagte: "HAST du jetzt das letzte Wort GEHABT?!" - ein Satz, der mich wegen seines Hintersinns besonders ärgerte. Und den habe ich bei meinen Kindern auch schon verwendet.

Mit Sprüchen, die man an jeder Ecke hört und die immer und immer wieder aufgetischt werden, kann man mich auch jagen. Aber das meinte ich hier nicht. – Bewerten …

tegelise antwortet am 21.12.2011 um 08:33

Ein verhasster Spruch meiner Kindheit war von meiner Mutter: "Du musst auch schon mal was hochheben!" wenn ich etwas gesucht und nicht gefunden habe. Denn NATÜRLICH hatte ich genau an der selben Stelle auch schon gegucket, und JA auch etwas hochgehoben. Trotzdem findet erst SIE das Gesuchte, es war zum Auswachsen. Mütter.

Genau den gleichen Spruch benutze ich heute aber auch gern - wenn der andere etwas verzweifelt sucht, und ich es auf den ersten Blick sehe: "Du musst auch schon mal was hochheben!" Aber mit Augenzwinkern, denn ich weiß, der andere HAT da schon gründlich geguckt. Sowas ist einfach typisch Murphy's Law.
– Bewerten …

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