Warum wird jemand zynisch?

gefragt von am 09.10.2006 um 19:46

antwortet am 09.10.2006 um 19:47

Der Zynismus (griechisch κυνισμός, kynismós – wörtlich die Hundigkeit im Sinne von Bissigkeit, von κύων, kyon – der Hund) bezeichnet eigentlich die Lebensanschauung der antiken Kyniker.

Heute bezeichnet man als Zynismus zum einen die sich durch teils absichtlich verletzende Äußerungen zeigende Haltung einer Person (des Zynikers), und zum anderen auch eine Haltung, die moralische und menschliche Werte grundsätzlich in Frage stellt und sich dabei teilweise (bewusst oder unbewusst) darüber lustig macht. Zynismus kann auch ein Zeichen von Resignation sein (Ein Zyniker ist jemand, der Ideale hat, aber ganz genau weiß, dass sie nicht realisierbar sind). Schwarzer Humor ist auch ein wichtiger Teil davon.

Zudem bezeichnet der Begriff Zynismus die zynische Äußerung selbst (z. B.: „Mit Zynismen reagieren.“).

http://de.wikipedia.org/wiki/Zynismus

die akte antwortet am 09.10.2006 um 19:51

Du hast dir die Antwort eigentlich schon selbst gegeben oder steckt hinter dieser Frage noch mehr? – Bewerten …

ufpotw antwortet am 09.10.2006 um 19:51

weil es bisweilen manchmal spass bringt ... – Bewerten …

antwortet am 09.10.2006 um 20:01

Weiss nicht ... bin ich nicht ... ;-)

antwortet am 09.10.2006 um 21:19

@die akte:
Die Erklärung von Wiki habe ich nur zitiert, damit eine Definition zum Begriff Zynismus vorliegt.
Die Frage lautet: WARUM jemand zynisch bzw. gar zum 'Zyniker' wird.

Debilski antwortet am 09.10.2006 um 21:27

Weiß nicht. Ich könnte jetzt in Ermangelung einer besseren Antwort und weil ich die Frage unbeantwortbar finde auch nur zynische Gegenfragen stellen. – Bewerten …

antwortet am 09.10.2006 um 21:51

...hmmm
... aus enttäuschung und daraus resultierender verletzung - über/von einen anderen menschen..-(und dieser menschen, hat ihm vorher viel bedeutet(liebe/freundschaft!)
... nun "beisst" der zyniker aus angst vor verletzung möglichst zuerst..- sprich er verletzt den anderen wissentlich ..-
... und weil er auch noch meist sehr unsicher ist,- stylt er es in "lacher" , um damit nicht alleine als angreifer offen dazustehen - läd er die umgebung ein mit auf kosten des anderen zu lachen - also mitzuverletzen ..-

antwortet am 09.10.2006 um 22:08

da gibts irgendeine reihenfolge
- ignoranz
- ironie
- sarkasmus
- zynismus

Stina1211 antwortet am 09.10.2006 um 22:11

Ich würde Zynismus jetzt nicht zwingend mit "Lachern" in Verbindung bringen, aber den Grund, den Pegasus genannt hat, würde ich auch anführen:

-Verbitterung/ Frustration über eine Situation oder das Leben allgemein und vielleicht dadurch bedingt auch das Akzeptieren, dass man andere durch Aussagen verletzt - weil es einem selbst ja auch nicht besser geht.
Das kommt aber wohl auf die Art des Zynismus an.
Ich denke, man kann auch zynisch sein, ohne zu verletzen, z.B. wenn man mit Freuden über Politik o.ä. spricht und der Zynismus auf die Politiker abzielt, nicht auf die Gesprächspartner.

Zynismus hat zwar mit Humor zu tun (mit schwarzem, wie es im Link steht), aber ich würde sagen, dass echter Zynismus die Grenze schon überschreitet - dem Zuhörer also klar ist, dass hinter der Bemerkung ein negatives Gefühl (Wut, Ohnmacht, Trauer, Frust, Hoffnungslosigkeit,...) steckt - eben das, was den Zynismus dann auslöst, und er deshalb im Normalfall nicht lachen wird. – Bewerten …

antwortet am 09.10.2006 um 22:20

Ohne Scheiss jetzt ?

Man hat einige Dinge halt schon öfters erlebt und einiges wiederholt sich. Das wird schräg ... einige Vorfälle sind nicht lustig ... im Gegenteil.

Aber sie wiederholen sich und haben durch diese Empirik eine gewisse Beweiskraft ... und enden auch oft so wie man es in seinem Zynismus beschreibt.

Das mündet in schwarzen Humor ... und in das was Du Zynismus nennst. Ich finde Zynismus nicht negativ zu bewerten.
Das entsteht wenn man sich der Ausweglosigkeit der Situationen in denen man sich bewegt bewusst ist.

Sich in ausweglosen und nicht kontrollierbaren Situationen zu befinden ist keine Schande. Die wenigsten Situationen sind durch einen selber kontrollierbar und dadurch zu dem gewünschten Ergebnis zu führen.

Aber irgendwann erkennt man die dauernde Wiederholung ... und dieses erkennen der Wiederholung führt zum Zynismus.

Was nicht heissen soll das Zyniker düstere Lebensformen sind die den Untergang immer und überall sehen.

Ich bin der Meinung das die Zyniker die einzig wahren Realisten sind und alle anderen nur Traumtänzer ...

Stina1211 antwortet am 09.10.2006 um 22:24

@ Aba: Solange der "Zynismus" nicht mit einer düsteren Weltanschauung verbunden ist, sondern man nur die Widrigkeiten des Lebens kommentiert, ohne sich davon fertig machen zu lassen, würde ich das aber Sarkasmus nennen. Wie gesagt - ich finde bei Zynismus ist die Grenze des Humors überschritten. (S. auch Dukes Aufzählung) – Bewerten …

antwortet am 09.10.2006 um 22:32

Stimmt ... Sarkasmus trifft es eher.
Aber die Grenzen sind wohl fliessend ... was der Eine noch als sarkastisch empfindet ist für den Anderen schon Zynismus ....

Na ja ...

Stina1211 antwortet am 09.10.2006 um 22:35

Das stimmt wohl... – Bewerten …

gargas antwortet am 09.10.2006 um 22:40

Ein paar Zitate gefällig?:

Zyniker sind Realisten, die sich trauen, die Wahrheit zu sagen.
Sir James Bacon, (1798 - 1895)

Zyniker: Ein Lump, dessen fehlerhafte Sicht der Dinge sieht, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollten. Daher rührt der skythische Brauch, einem Zyniker die Augen auszustechen, um seinen Sehfehler zu korrigieren.
Ambrose Gwinnet Bierce, (1842 - 1914),

Zynismus und Sarkasmus sind Mauern, die man aufbaut, um sich anderen Menschen nicht gänzlich auszuliefern.
Florian Ebner, (*1985), Schüler

Mit Zynismus schützt sich der desillusionierte Mensch vor der Resignation.
© Christian Felsner, (*1978), Student, Kleinkünstler und Gelegenheitsaphoristiker

Der Zyniker ist ein Mensch, der auf die, die über ihm stehen, verächtlich herabblickt.
Unbekannt

Zynismus ist, ein Ding zu betrachten, wie es wirklich ist, und nicht, wie es sein sollte.
Oscar Wilde, (1854 - 1900)
http://www.aphorismen.de/display_aphorismen.php
– Bewerten …

antwortet am 09.10.2006 um 22:46

Gargas bringt es auf den Punkt ... :-)

antwortet am 09.10.2006 um 22:57

Ich finde Gargas Zitate auch zum schmunzeln.

Aber auch das, was Pegasus sagte, hat viel Wahrheit:
"... nun "beisst" der zyniker aus angst vor verletzung möglichst zuerst..- sprich er verletzt den anderen wissentlich ..-
... und stylt es in "lacher" , um damit nicht alleine als angreifer offen dazustehen - läd er die umgebung ein mit auf kosten des anderen zu lachen.."

Bleibt die Frage:

Wann ist Zynismus ein "harmloser Gag" -
und wann ist Zynismus bedenklich oder nur noch böse (z.B. "Arbeit macht frei" am KZ-Eingangstor)?

antwortet am 09.10.2006 um 23:02

Ich glaube ich bin raus aus der Diskussion .... wahrscheinlich verwechsele ich Zynismus mit Sarkasmus ,oder mein Sarkasmus ist zynischer, oder Zynismus ist in Wahrheit menschenverachtend.

"Arbeit macht frei" ist kein Zynismus ... das ist einfach nur krank.

Obwohl ... wenn ich es mir überlege wäre das EXTREMER Zynismus.
Aber das ist nicht das was ICH unter Zynismus verstehe ... diese Äusserung entbehrt JEGLICHER Grundlage.

Schwierig ...

Noch ein Aphorismus antwortet am 09.10.2006 um 23:04

Zynismus:
Das Ergebnis einer Verbindung von Bequemlichkeit mit Machtlosigkeit.

Bertrand Russel
18.05.1872 - 02.02.1970
brit. Mathematiker und Nobelpreisträger (Literatur)

Faber antwortet am 10.10.2006 um 08:19

Just to keep from cryin, babe. – Bewerten …

Stina1211 antwortet am 10.10.2006 um 09:14

Nach meiner Ansicht ist Zynismus nie ein harmloser Gag - weil der Zyniker selbst von irgendetwas verletzt sein muss, damit er zynisch ist. Noch weniger harmlos wird es natürlich, wenn er andere durch den Zynismus mitverletzt.

Und dann kommt es natürlich auf die Situation an.
Wir alle wissen, in welchem schrecklichen Zusammenhang "Arbeit macht frei" verwendet wurde, das macht den Zynismus so schlimm. (Wenn es einer ist - ich bin mir nicht sicher, ob ich es nicht als eine sehr böde Art von Ironie bezeichnen würde - denn der Urheber war ja davon nicht betroffen :( )
Gäbe es diesen Zusammenhang nicht, sondern würde das nur ein frustrierter Angestellter sagen, der schon seit einem Jahr keinen Urlaub mehr bekommen hat, wäre es immer noch zynisch, aber es wäre bei weitem nicht so dramatisch.
– Bewerten …

antwortet am 10.10.2006 um 09:18

... hmmm
... ich denke: "arbeit macht frei" ist menschen-v e r a c h t e n d ..- wenn man so denkt, kann einen der andere auch nicht mehr verletzen ..-
... ein zyniker ist aber -noch- verletzlich, also (noch) nicht menschenverachtend!
...

Stina1211 antwortet am 10.10.2006 um 09:26

ersetzt bitte "böde" durch "böse" - nicht durch "blöde"!! – Bewerten …

antwortet am 10.10.2006 um 12:45

Interessante Beiträge. Danke an alle.

gargas antwortet am 11.10.2006 um 02:07

Darum, zum Beispiel: http://www.kurzefrage.de/rubrik08/212111 – Bewerten …

gargas antwortet am 11.10.2006 um 02:14

Und auch darum http://www.kurzefrage.de/rubrik08/212080 – Bewerten …

antwortet am 11.10.2006 um 08:00

... *LooL* @ gargas: wegen s o l c h e r fragen?(das ist doch wirklich zuviel der ehre *ggg*
... das ist doch wirklich nur "pippifax"
... ;0)))

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