was ist bitte genau ein HEDONIST ???
gefragt von gudyfellkugel am 15.11.2005 um 10:20
antwortet am 15.11.2005 um 10:24
Hedonismus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hedonist)
Der Hedonismus (griech. ηδονη, hedone: ?Freude, Vergnügen, Lust?) ? eigentlich: die Lustlehre ? bezeichnet eine ethische Lehre, nach der das Streben nach Lust bzw. Genuss und das Vermeiden von Schmerz eigentliches Motiv, letztes Ziel und sittliches Kriterium des menschlichen Handelns sei. Der Hedonismus ist eine Modifikation des Eudämonismus.
Hedonismus in der altgriechischen Philosophie
Als Begründer des Hedonismus gilt der altgriechische Philosoph Aristipp, ein Schüler des Sokrates. Ausgangspunkt seiner ethischen Lehren ist das von Lust- oder Unlustgefühlen bedingte individuelle Wohlergehen. Genussfähigkeit ist das höchste Glück des Menschen, dergestalt ist sie mit der Tugend identisch. Wirkliche und dauernde Genussfähigkeit ist nur dem Weisen beschieden, insofern er seinen Lustempfindungen nicht blindlings folgt, sondern kraft seiner Weisheit über sie zu herrschen vermag. Mit hedonistischen Zügen durchsetzt waren ferner die ethischen Anschauungen des altgriechischen Materialismus (siehe Demokrit, Epikur, Epikureismus, Kyrenaiker).
Hedonismus im französischen Materialismus
Ethische Lehren mit hedonistischen Zügen entwickelten auch die französischen Materialisten des 18. Jahrhunderts Paul Heinrich Dietrich von Holbach (1723?1789), Claude Adrien Helvétius (1716?1771) und Julien Offray de La Mettrie (1709?1751). Die hedonistische Wendung, die sie ihren ethischen Lehren gaben, erfolgt in bewusster Frontstellung gegen das von den Ideologen der Herrschenden der Feudalgesellschaft konstituierte religiöse Weltbild, insbesondere gegen die in diesen für die Unterdrückten proklamierten asketischen moralischen Satzungen.
Hedonismus und Utilitarismus
Eine utilitaristische Ausformung des Hedonismus entwickelte Jeremy Bentham. Der sog. hedonistische Kalkül ist ein Weg, um den Wert einer Lust zu errechnen. Dieses richtet sich nach sieben Kriterien: Intensität, Dauer, Gewißheit oder Ungewißheit, Nähe oder Ferne, Folgenträchtigkeit, Reinheit und Ausmaß. Da dieses Verfahren sehr zeitaufwändig ist, kann man es jedoch nicht bei jeder moralischen Entscheidungssituation anwenden.
Psychologischer Hedonismus
Der Psychologische Hedonismus geht auf Epikur zurück. In der Psychologie wird dieses Prinzip auch ?Pleasure-Pain-Principle? genannt. Er beschreibt die Annahme, dass all unsere Handlungen dazu dienen, uns Vergnügen (Spaß, Freude) zu bereiten und Schmerz zu vermeiden.
Sigmund Freud hält das Lustprinzip für eine der entscheidenden Komponenten der menschlichen Motivation, auch wenn dies dem Bewusstsein oft verborgen bleibe.
Hedonismus heute
Im modernen Sprachgebrauch erfährt das Wort Hedonismus jedoch eine Umdeutung. Während der ursprüngliche philosophische Hedonismus sich auf das Vermeiden von Unlust konzentriert, also die Abwesenheit von Schmerz, wird im modernen Sprachgebrauch das Erleben und Erstreben von Lust betont. Während also früher die Abwesenheit von Schmerz als Glück bewertet wurde, so liegt heute ? konkret zu Ende gedacht ? die Betonung auf dem ?Abklingen von Schmerz?, sprich der Befriedigung des Bedürfnisses z.B. durch Konsum. (Siehe hierzu auch: Hannah Arendt ?Vita activa?). Diese Umdeutung geht wohl auf Jeremy Bentham zurück (?das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl?), welcher hier den Versuch unternimmt, Lust und Unlust mathematisch gegeneinander aufzurechnen. So ist der moderne Hedonismus kein bescheidenes und genügsames Leben mehr, sondern eine Jagd nach Lustempfindungen, in welchem man individuell Lust und Unlust verrechnet.
Der moderne Hedonismus spielt im Alltagsleben westlich orientierter Konsumgesellschaften, im Sinne einer Maximierung sinnlicher Lust, eine dominante Rolle. Bedeutende Marken wie zum Beispiel BMW pflegen den modernen Hedonismus als zentralen Markenwert. Vergleiche auch Hedomat.
Silberhamster antwortet am 15.11.2005 um 10:57
ich würde einen hedonist so beschreiben.
jemand der nur macht wozu er wirklich lust hat und sich das auch leisten kann.
er abeitet wenn er lust hat, muß aber nicht. dazu sollte er finanziell unabhängig sein. geht ungehemmt seinen lieblingshobbys nach und kauft sich was er will.
kann urlaub in seiner liebsten umgebung machen und essen und trinken im überfluß haben, wenn er lust dazu hat.
jemand der sich einschränken muß, kann seinen hedonismus nicht wirklich ausleben.
viele hedonisten sind auch egoisten und scheren sich einen dreck um mitmenschen oder wie es denen geht.
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Janu antwortet am 15.11.2005 um 14:07
Ich glaube ich würde es für mich mit "Mainstream-Materialist, in der Regel indifferent gegenüber Problemen, die ihn nicht direkt betreffen" übersetzen. Das Wort "Proll" hilft ob seiner Bedeutungsvielfalt leider nicht wirklich weiter. – Bewerten …
antwortet am 16.11.2005 um 13:55
Bei uns gibt es eine Hedon-Klinik.
Jetzt frage ich mich, für wen da eigentlich der Hedonismus gilt: Für den Eigentümer oder für die Patienten.
Einen Hedonisten findet man vielleicht in einer Erzählung von Frank Wedekind: "Der Marquis von Keith" - ein Lebemann, dessen Wahlspruch war: "Ich betrachte den allerergiebigsten Lebensgenuß als mein rechtmäßiges Erbe."
Seejell antwortet am 07.09.2008 um 05:53
Im Sinne dessen was unsere heutige Zeit unter einem Hedonisten versteht, ist er,
ein Mensch der von einer Begierde zur nächsten hächelt. Dadurch hat er wennig Interesse am sein, also sein innen kennen zu lernen! Begierden treiben ihn, dessen Erfüllungen das wesentliche sind! Abwesenheit von Schmerz in jedem Sinn
wird nicht mehr hinterfragt, Schmerzen werden in dieser Lebensweise durch Genuss betäubt. Jedem das seine!!!
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Wirbelwind antwortet am 11.10.2008 um 15:54
Mir ist die griechische Erklärung zu dem Wort Hedonist am meisten sympatisch. Und warum sollte das jetzt in unserer Zeit anders sein? Nur weil irgendwer irgendwas aufrechnet? Der kann in meinen Augen schon mal kein Hedonist sein. Sich von der Lust leisten zu lassen finde ich sehr schön - vom erzwingen halte ich nichts, aber steht das wirklich zur Debatte? Bei der Lust ist es wie mit vielen anderen Gefühlen. Zu zweit macht es mehr Spaß. Sei es die Freude an gemeinsamen Unternehmungen. Die Wahrnehmung des Windes. Ein ausgezeichnetes Essen oder nur deine Hand die mich berührt. – Bewerten …
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